Unter allen denkbaren Mantelschnitten nimmt ein langer Mantel eine ganz besondere Stellung ein. Gemeint ist dabei ein Mantel, der bis an die Fußknöchel reicht. Die Ursache für seine Sonderstellung liegt darin, dass seit den zwanziger Jahren keine langen Mäntel mehr tagsüber getragen werden – bis auf eine Ausnahme in den siebziger Jahren. Ein langer Mantel bleibt also ganz dem Abend überlassen.
Abendgarderobe
Bei festlicher Abendgarderobe handelt es sich fast immer um lange Abendroben, die aus feinen, leichten Materialien gearbeitet sind. Um auf dem Weg zu einem Ball oder einer Soiree, in die Oper oder zu einer Charity-Veranstaltung nicht zu frieren, braucht die Robe ein “Darüber”. Wer finanziell nicht allzu üppig ausgestattet ist, greift dann gern zu einer Stola, der nächste Schritt wäre eine hüftlange Jacke. Das sind zwei populäre Möglichkeiten, an denen es weder stilistisch noch vom Dresscode her irgendetwas auszusetzen gibt. Das Nonplusultra an Eleganz und Luxus aber ist es, wenn über der Robe ein langer Mantel getragen wird.
Besonderheiten eines langen Mantels
Wer sich diesen Luxus gönnt, der wird darauf achten, dass der Mantel nicht nur einmal getragen werden kann. Er soll natürlich möglichst klassisch geschnitten sein und muss sich farblich an unterschiedliche Kleider anpassen können. Sein Extra an Festlichkeit muss sich aber nicht nur in seiner Länge erschöpfen. Wertvolle Stoffe, edle Knöpfe und extravagante Details gehören ebenfalls. Zu den Details kann zum Beispiel ein großer Kragen gehören, es können Manschetten an den Ärmeln oder eingelegte Falten sein.
In den siebziger Jahren wurden lange Mäntel einige Saisons lang auch tagsüber getragen. Sie hießen damals Maximäntel und machten an Stoff wett, was beim Minirock auf der Strecke geblieben war. Tatsächlich wurde beides miteinander gern kombiniert und galt als Ausdruck junger, rebellischer Mode. Minirock und Maximantel waren Teil der Jugendbewegung und der lange Mantel wurde durchaus auch von Männern getragen. Geboren wurde dieser Look übrigens in London, als Erfinderin gilt bis heute Mary Quant.